Suche
Kontakt
E-Mail
Katalogerstellung
Meine Favoriten
Produktvergleich
Fließendes Wasser in einer natürlichen Umgebung mit Vegetation als Symbol für sauberes Wasser und nachhaltiges Abwassermanagement (KARL-Abwasserverordnung).

Abwasserverordnung

Abwasserverordnung UWWTD: Sauberes Wasser durch neue Standards für Kläranlagen und Spurenstoffelimination

Wasserqualität, Umwelt und Gesundheit benötigen deutlich mehr Schutz: Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände oder Industriechemikalien, steigende Nährstoffeinträge und häufigere Extremwetterereignisse belasten bestehende Systeme spürbar. Die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie Urban Wastewater Treatment Directive (UWWTD) verschärft daher die Anforderungen an die Abwasserbehandlung deutlich – und macht aus Entwicklungen verbindliche Standards.

Mit der Richtlinie werden mehrere zentrale Ziele gleichzeitig verfolgt: die Einführung einer vierten Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination, strengere Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor sowie das Ziel, Kläranlagen langfristig energieeffizient auszurichten und perspektivisch eine ausgeglichene Energiebilanz zu erreichen. Zusammen bilden diese Anforderungen die Grundlage für eine resilientere Wasserinfrastruktur, die Umweltbelastungen reduziert und gleichzeitig auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet ist. Damit wird die Richtlinie zu einem zentralen Treiber für die Transformation der Wasserwirtschaft.

Der Zeitplan ist ambitioniert: gültig seit 2025, erste verpflichtende Maßnahmen ab 2028 und vollständige Zielerreichung bis 2045. Für die Abwasserbehandlung bedeutet das ein klarer Auftrag zur Transformation bestehender Infrastrukturen. Besonders herausfordernd ist dabei der steigende Energiebedarf durch zusätzliche Reinigungsprozesse. Gefragt ist daher eine umfassende Optimierung der Anlage, denn nur im Zusammenspiel aller Arbeitsschritte lässt sich die Balance zwischen Reinigungsleistung und Energieeinsatz dauerhaft erreichen.

Von der Richtlinie zur funktionierenden Lösung

Die Umsetzung der UWWTD erfordert Lösungen, die neue Reinigungsstufen, strengere Grenzwerte und steigende Anforderungen an den Energieeinsatz zusammenbringen. Genau hier setzen wir an – mit gezielten Antworten auf die konkreten Vorgaben der Richtlinie.

Ob Netzausbau, Prozessoptimierung, Integration zusätzlicher Reinigungsstufen oder Reduzierung des Energieeinsatzes: Unsere Lösungen greifen ineinander und sind auf die Anforderungen der UWWTD abgestimmt. So entsteht eine Anlage, die zuverlässig funktioniert sowie langfristig wirtschaftlich und technisch stabil betrieben werden kann.

Jetzt gemeinsam Lösungen entwickeln

Die Anforderungen der UWWTD sind komplex – die passenden Lösungen müssen es nicht sein. Sprechen Sie mit uns darüber, wie sich Ihre Anlagen zukunftssicher aufstellen lassen.

Kontaktieren Sie unsere Experten
Abgelegene Region mit Einfamilienhäusern

Erweiterte Anschlusspflicht für kleinere Ortschaften

Was bisher oft dezentral gelöst wurde, wird künftig Teil zentraler Systeme: Auch kleinere Ortschaften müssen an die Abwasserbehandlung angebunden werden. Mit der Absenkung der Anschlussgrenze auf 1.000 Einwohner wächst die Infrastruktur spürbar – neue Netze entstehen, bestehende werden erweitert und stärker belastet.

Damit verändert sich nicht nur die Struktur der Systeme, sondern auch deren Komplexität. Häufig werden Kläranlagen zusammengelegt – die Anzahl der Anlagen sinkt, während Größe und Einzugsgebiete deutlich zunehmen. Größere Entfernungen, unterschiedliche Höhenlagen und schwankende Zulaufmengen erfordern eine präzise hydraulische Auslegung und einen stabilen Betrieb, auch unter wechselnden Bedingungen.

Wilo unterstützt mit leistungsfähigen Systemen für Abwasserpumpstationen, Druckentwässerung und Feststofftrennung (Wilo-EMUport CORE) sowie mit intelligenten Ansätzen zur Steuerung und Bewirtschaftung von Kanalnetzen von Wilo FSM. In enger Abstimmung mit Ingenieuren und Planern sorgen wir dafür, dass neue und bestehende Systeme stabil funktionieren, Lastspitzen sicher beherrschen und langfristig resilient aufgestellt sind.

Biological treatment with circulation tank

Reduzierte Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor in Kläranlagen

Nährstoffeinträge zählen zu den zentralen Belastungsfaktoren für Gewässer. Stickstoff und Phosphor treiben die Eutrophierung voran – mit Algenwachstum, Sauerstoffmangel und spürbaren Folgen für Ökosysteme. Die Richtlinie reagiert darauf mit verschärften Anforderungen an die Nährstoffelimination.

Künftig gelten strengere Grenzwerte, die schrittweise bis 2045 erreicht werden müssen. Das erhöht den Druck auf bestehende Anlagen: Prozesse müssen präziser gesteuert, Stoffströme gezielter geführt und Betriebszustände stabil gehalten werden – auch bei stark schwankenden Zuläufen.

Genau hier setzen wir an. Mit ganzheitlichen Lösungen für die Auslegung und Optimierung biologischer Prozesse schaffen wir die Grundlage, um neue Anforderungen sicher und wirtschaftlich umzusetzen. Unser Fokus liegt auf einer Anlage, die nicht nur die geforderten Werte erreicht, sondern dauerhaft stabil läuft.

Drehzahlgeregelte Rezirkulation wie beim Einsatz von Wilo-Flumen EXCEL-RZPE Rezirkulationspumpen ermöglicht die flexible Steuerung zwischen Nitrifikation und Denitrifikation. Rührwerke und Belüftungssysteme sorgen für stabile Bedingungen in den Becken, während Dosiersysteme von Wilo Likusta die präzise Einbringung von Fäll- und Zusatzstoffen sicherstellen. So lassen sich Ablaufwerte zuverlässig einhalten – auch unter wechselnden Bedingungen.

Modern wastewater treatment plant with a focus on CO₂ reduction and sustainable, energy-neutral wastewater treatment

Energieneutralität

Kläranlagen zählen zu den größten Energieverbrauchern der kommunalen Infrastruktur. Gleichzeitig steigern neue Anforderungen wie die Spurenstoffelimination den Energiebedarf. Ziel ist es, dieses Spannungsfeld bis 2045 in eine ausgeglichene Energiebilanz zu überführen.

Neben der Eigenenergieerzeugung rückt daher vor allem die Reduktion des Energieverbrauchs in den Fokus. Energieaudits und Optimierungsmaßnahmen werden verpflichtend und erfordern eine detaillierte Analyse der gesamten Anlage.

Wilo betrachtet die Anlage als Gesamtsystem und identifiziert gezielt die größten Hebel zur Reduzierung des Energieeinsatzes. Besonders in der biologischen Reinigung lassen sich durch optimierte Rezirkulation, präzise Durchmischung und bedarfsgerechte Belüftung signifikante Einsparungen erzielen. Dabei kommen hocheffiziente Rezirkulationspumpen, leistungsfähige Rührwerke sowie abgestimmte Belüftungssysteme mit Kompressoren zum Einsatz.

Ergänzt durch effiziente Abwasserpumpen für den innerbetrieblichen Transport entsteht ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel aller Prozesse. Durch die gezielte Modernisierung dieser Bereiche lassen sich bestehende Anlagen deutlich verbessern. So wird der Energieeinsatz systematisch reduziert und die Grundlage für eine langfristig ausgeglichene Energiebilanz geschaffen.

Close-up of water surface as a symbol for trace substance elimination in advanced treatment stages of wastewater treatment plants

Spurenstoffelimination: Zusätzliche Reinigungsstufen effizient integrieren

Über 175 Arzneimittelrückstände, hunderte Pestizide und zahlreiche Industriechemikalien – in europäischen Gewässern lassen sich heute mehrere hundert Spurenstoffe nachweisen. Viele davon werden in konventionellen Kläranlagen nicht ausreichend entfernt. Mit der erneuerten Direktive wird daher die Einführung einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination für größere und große Kläranlagen vorangetrieben.

Diese weitere Stufe reduziert gezielt schwer abbaubare Substanzen und entlastet Gewässer deutlich. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Anlagen: zusätzliche Prozessschritte, ein erhöhter Energiebedarf von bis zu 25 Prozent sowie mehr Aufwand für Betrieb und Wartung.

Für die Umsetzung kommen je nach Rahmenbedingungen effiziente Kombinationsverfahren unter Nutzung einer Membranbiologie, Aktivkohle oder Ozonung zum Einsatz. Entscheidend ist dabei die sichere Integration in bestehende Prozesse.

Wilo unterstützt mit Lösungen für die zuverlässige Beschickung, Durchmischung und Weiterbehandlung innerhalb der vierten Reinigungsstufe/Spurenstoffelimination. Insbesondere beim PAK-Verfahren (Pulveraktivkohle) sorgen präzise Dosier- und Fällprozesse, eine gleichmäßige Durchmischung in Kontaktbecken sowie ein kontrollierter Feststoffaustrag für stabile Bedingungen. Ergänzt durch leistungsfähige Systeme für Förderung und Rückführung wird die zusätzliche Reinigungsstufe sicher in den Anlagenbetrieb integriert.

So entsteht ein Gesamtsystem, das die geforderte Reinigungsleistung unterstützt und gleichzeitig einen stabilen Betrieb ermöglicht.

Water surface as a symbol for the monitoring of combined sewer overflows and the protection of water bodies

Überwachung von Mischwasserentlastungen

Wenn Starkregenereignisse zunehmen, geraten Kanalnetze an ihre Grenzen. Mischsysteme müssen große Wassermengen in kurzer Zeit aufnehmen, jedoch das vorhandene Retentionsvolumen in Kanälen und Becken reicht dafür oft nicht aus. Die Folge: Entlastungen an Überlaufbauwerken nehmen in Häufigkeit und Volumen deutlich zu.

Damit gelangen zunehmend nicht gereinigte Abwässer in Gewässer. Die UWWDT fordert daher ein systematisches Monitoring dieser Entlastungen – inklusive Erfassung von Volumenströmen und Schadstofffrachten. Gleichzeitig steigt der Druck, diese Einträge durch gezielte technische Maßnahmen zu reduzieren und die Belastung der Gewässer dauerhaft zu senken.

Wilo trägt dazu bei, Schadstofffrachten bereits im Entlastungsfall wirksam zu reduzieren. Lösungen zur Feststoffrückhaltung wie Schrägklärer in Durchlaufbecken oder Wilo FSM Rechensysteme an Entlastungsbauwerken setzen direkt an der Quelle an. Ergänzend unterstützen Abwasserpumpen und Rührwerke in Regenüberlaufbecken eine Vermeidung von Ablagerungen im Becken und Weiterleitung der anfallenden Wassermengen.

So leisten unsere Lösungen einen gezielten Beitrag, Entlastungssituationen technisch besser zu beherrschen.

River in a natural setting as a symbol for the reuse of treated water to conserve water resources

Wasserwiederverwendung: Entlastung für eine knapper werdende Ressource

Längere Trockenperioden und steigender Bedarf setzen bestehende Ressourcen zunehmend unter Druck. Gleichzeitig fließen große Mengen bereits behandelter Abwässer ungenutzt ab. Die Wiederverwendung eröffnet hier neue Spielräume und wird zu einem zentralen Baustein moderner Wasserstrategien.

Die Richtlinie schafft dafür klare Leitplanken mit definierten Anforderungen an Qualität, Monitoring und Risikomanagement. Im Fokus steht vor allem die landwirtschaftliche Bewässerung – abgestuft nach Qualitätsklassen je nach Nutzung.

Damit diese Anwendungen sicher möglich sind, braucht es zusätzliche Aufbereitungsschritte: Feinfiltration zur Entfernung verbleibender Stoffe, weitergehende Verfahren wie Aktivkohle oder Membrantechnologien sowie eine verlässliche Hygienisierung. Diese erfolgt beispielsweise über UV-Desinfektion oder durch den Einsatz von Chlor bzw. Chlordioxid in Verteilnetzen.

Wir unterstützen die sichere Umsetzung entlang der gesamten Prozesskette. Leistungsfähige Pumpensysteme übernehmen den Transport zwischen den Aufbereitungsstufen und zur Anwendung, während Druckerhöhungsanlagen für die bedarfsgerechte Verteilung sorgen. Gleichzeitig tragen unsere Lösungen dazu bei, stabile und hygienisch sichere Bedingungen im System zu gewährleisten.

So wird aus behandeltem Abwasser eine verlässlich nutzbare Ressource – flexibel einsetzbar und sicher im Betrieb.


Service und Lösungen für den gesamten Lebenszyklus Ihrer Anlage

Wilo unterstützt Sie zuverlässig in allen Projektphasen– von der Planung und Auslegung bis zur Inbetriebnahme und Wartung. Ziel ist ein sicherer, effizienter und planbarer Anlagenbetrieb.

Unser Angebot im Überblick:

  • Unterstützung bei Planung und Auslegung (z. B. Produktauswahl, Simulationen, Dokumentation)
  • Inbetriebnahme und Abnahme
  • Wartung, Reparatur und Ersatzteilservice
  • Energieanalysen
  • Digitale Services zur Zustandsüberwachung und vorausschauenden Instandhaltung
  • Schulungen für Betrieb und Instandhaltung

Mit standardisierten und individuell kombinierbaren Servicepaketen wie WiloCare sowie digitalen Tools schaffen wir Transparenz über Betriebszustände, reduzieren ungeplante Stillstände und sichern den langfristigen Betrieb wasserwirtschaftlicher Infrastruktur.


Zukunftsfähige Wasserwirtschaft gestalten

Die Umsetzung der UWWTD ist mehr als eine regulatorische Aufgabe – sie ist ein entscheidender Schritt für den Schutz unserer Gewässer und die Zukunft der Wasserinfrastruktur. Sauberes Wasser und verlässliche Systeme sind die Grundlage für Lebensqualität, Gesundheit und wirtschaftliche Stabilität.

Wir leisten dazu unseren Beitrag, indem wir Anlagen ganzheitlich denken und Lösungen entwickeln, die heute funktionieren und morgen bestehen. So entsteht eine Wasserwirtschaft, die Vertrauen schafft und auch unter veränderten Bedingungen zuverlässig bleibt.


FAQ | Häufig gestellte Fragen zur Abwasserverordnung (UWWDT)

Ab wann gelten die neuen Anforderungen UWWDT?

Die Richtlinie ist seit 2025 in Kraft. Die Umsetzung in nationales Recht erfolgt bis spätestens 2027. Viele Maßnahmen werden schrittweise eingeführt – zentrale Zielwerte, etwa für Energie und Reinigungsleistung, müssen bis 2045 vollständig erreicht sein.

Was bedeutet Energieneutralität für Kläranlagen?

Langfristig sollen Abwasseranlagen über das Jahr hinweg so viel Energie erzeugen, wie sie verbrauchen. Neben eigener Energieerzeugung spielt vor allem die Reduktion des Energieeinsatzes eine zentrale Rolle, etwa durch effizientere Prozesse und optimierte Anlagentechnik.

Welche Auswirkungen hat die Direktive UWWDT auf bestehende Kläranlagen?

Viele bestehende Kläranlagen müssen technisch nachgerüstet oder erweitert werden. Dazu gehören zusätzliche Reinigungsstufen, Anpassungen in der biologischen Behandlung sowie Maßnahmen zur Energieoptimierung und Überwachung.

Welche Vorteile bietet die Umsetzung über die regulatorischen Anforderungen hinaus?

Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben profitieren Anlagen und deren Betreiber von stabileren Prozessen, besser planbaren Betriebsabläufen und geringeren Risiken bei Grenzwertüberschreitungen. Gleichzeitig können Ressourcen effizienter genutzt und Betriebskosten langfristig besser kontrolliert werden.

Lohnt sich die Investition in neue Technologien und Modernisierung?

Die Investitionen sind oftmals nicht gering, zahlen sich jedoch über die Lebensdauer der Anlagen aus. Optimierte Prozesse reduzieren Energie- und Betriebskosten, erhöhen die Betriebssicherheit und schaffen die Grundlage für zukünftige Anforderungen. Zudem lassen sich Förderprogramme und Finanzierungsmodelle nutzen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Umsetzung von UWWDT?

Die Umsetzung wird in vielen Fällen durch nationale und europäische Förderprogramme unterstützt, insbesondere bei Maßnahmen zur Energieoptimierung, Digitalisierung oder Gewässerschutz. Die konkreten Programme variieren je nach Region und Projekt.

Wie groß ist das Potenzial der Wasserwiederverwendung in Europa?

Aktuell wird in Europa nur ein kleiner Teil des gereinigten Abwassers wiederverwendet – nach Angaben der Europäische Kommission liegt der Anteil bei rund 2–3 %. Gleichzeitig zeigen Studien der Europäischen Kommission, dass das technisch nutzbare Potenzial bei etwa 6 Milliarden Kubikmetern pro Jahr liegt und damit um ein Vielfaches höher ist.

Lösungen entlang des Wasserkreislaufs

Unsere Lösungen begleiten den gesamten Wasserkreislauf – von der Gewinnung und Speicherung über die verantwortungsvolle Nutzung bis hin zur Aufbereitung und Rückführung in die Natur. So sichern wir Wasserqualität und Verfügbarkeit für heutige und zukünftige Generationen.