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16.04.2026 CEO Standpunkt

Pioneering WATER AI for You

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Editorial des Geschäfts- & Nachhaltigkeitsberichts 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

das vergangene Jahr hat die Weltgemeinschaft gefordert – einmal mehr. Die hohe geopolitische und geoökonomische Dynamik der ersten Hälfte des Jahrzehnts hat sich im vergangenen Jahr verstetigt. In diesem äußerst herausfordernden Umfeld hat sich die Wilo Group nachhaltig und profitabel entwickelt.

Mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4,5 Prozent haben wir unseren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt. Das EBITDA konnte wie geplant deutlich um 39 Prozent gesteigert werden und erreichte 212 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 11,1 Prozent. Entsprechend erhöhte sich auch das Konzernergebnis, das um 45,8 Millionen Euro auf 65 Millionen Euro anstieg – und damit um rund 240 Prozent. Der Free Cashflow stieg um über 80 Prozent auf 66,4 Millionen Euro.

Oliver Hermes ist President und Global CEO der Wilo Group

„Künstliche Intelligenz ist nicht der Feind, sondern der Freund des Wirtschaftsstandorts Europa.”

Oliver Hermes, President und Global CEO der Wilo Group

Die Welt dreht sich heute nicht schneller als noch vor zehn Jahren. Die Wahrheit ist: Die weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Entwicklungen sind komplexer, fragmentierter und damit unüberschaubarer geworden. Das ist unbequem. Die Antwort auf diese Diagnose darf deshalb aber nicht Augenwischerei heißen.

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat eine geopolitische Zeitenwende ausgelöst, die eine geoökonomische Zeitenwende zur Folge hatte. Als CEO eines multinationalen Konzerns mit deutschen Wurzeln sehe ich: Europäische Entscheider beschwören seitdem in Reden, Key Notes und Paneldiskussionen, die Welt habe sich verändert. In Wirklichkeit aber hoffen sie, im Unrecht zu sein. Sie hoffen, dass sich die Welt wieder erholt. Dass der Protektionismus versandet. Und dass das tradierte europäische Geschäftsmodell wieder funktioniert – irgendwann. Doch die nötige Veränderung Europas beginnt damit, die Wahrheit anzuerkennen.

Je unübersichtlicher die Lage, desto schärfer muss unsere Analyse ausfallen.

Die Fragen, auf die wir Antworten suchen, sind zahlreich – und miteinander verwoben. Alles hängt mit allem zusammen. Anhand von drei zentralen Herausforderungen Europas lässt sich diese Komplexität exemplarisch darstellen: der geopolitischen Situation, der Wasserknappheit und der KI-Revolution.


Herausforderung 1

Europas Stimme hat kein Gewicht im Spiel der Weltmächte

Die geopolitische Zeitenwende hat Europa verdutztzurückgelassen. Schon vorher stand die europäische Idee unter Druck. Zu lahm, zu bürokratisch, zu übergriffig war die Europäische Union geraten. Zur innenpolitischen Legitimationskrise kam eine außenpolitische Entfremdung: Die USA, Russland und China ringen um Einflusszonen und setzen ihre Interessen mit aller Macht durch.

Die Welt um sich herum erkennt Europa seitdem nicht wieder – und versteht sich als letzte Bastion klarer Werteorientierung. Eine repräsentative Umfrage der Münchner Sicherheitskonferenz unter den G7- und BRICS-Staaten (ohne Russland) beweist das. Sie zeigt: Europa erlebt die globalen Herausforderungen als bedrohlicher als andere Mächte.

Zusammen ist dieser Cocktail pures Gift. Europa fehlt die kollektive Einsicht, dass es eine stärkere Orientierung an harten Interessen und weniger an weichen Werten braucht, um auf der Weltbühne im Jahr 2026 ernst genommen zu werden. Und selbst wenn es die Einsicht gäbe: Europas Strukturen lassen nicht zu, eigene Interessen konsequent umzusetzen. Das jüngste Beispiel lieferte das Mercosur-Abkommen. Nach mehr als 25 quälenden Jahren der Verhandlung gelingt der Abschluss. Und auch diesen Erfolg sabotiert die EU kurz vor der Ziellinie, indem sie den Vertrag vor den Europäischen Gerichtshof schleift.


Herausforderung 2

Europa steht vor dem Wasserbankrott

Die Legitimationskrise der Europäischen Union hat der großen europäischen Idee mit den Zielen Wohlstand und Frieden einen faden Beigeschmack verpasst. Die EU steht erheblich unter Druck. Wie sehr, zeigt sich besonders, wenn Solidarität gefordert ist: Bei kritischen Infrastrukturen sowie in der Verteidigungs-, Gesundheits- und Energiepolitik hört die europäische Freundschaft schnell auf. Die Zweckehe der Mitgliedsstaaten der EU funktioniert selbst in guten Zeiten nur mit Streit. In schlechten Zeiten steht sie vor dem Bruch.

Die europäische Gemeinschaft hat in den vergangenen 75 Jahren vor allem gute Zeiten miteinander verbracht. Dabei wartet eine echte Zerreißprobe auf Europa: der Wasserbankrott. Der Begriff entstammt einem 2026 veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen. Das Wort „Krise“ sei nicht mehr ausreichend, um die Lage der globalen Wasserreserven zu beschreiben, warnen die Autoren.

Europa kann sich dabei nicht zurücklehnen. Die Wasserknappheit ist längst auch ein europäisches Problem. Das zeigen die Bilder von großflächigen Waldbränden, die uns in regelmäßigen Abständen aus Südeuropa erreichen. Der Weltklimarat prognostizierte, dass im Jahr 2070 insgesamt 44 Millionen Europäerinnen und Europäer vom Wassermangel betroffen sind. Entsprechend alarmierend ist ein Blick in den Wasser-Risiko-Atlas des World Resource Institutes: Schon heute ist ein großer Teil Südeuropas feuerrot eingefärbt. In den kommenden Jahrzehnten aber „frisst“ sich das Wasser-Risiko von Süden aus in Richtung Norden hoch, bedingt insbesondere durch die Wasserknappheit.


Herausforderung 3

Europa ist nicht wettbewerbsfähig

Schon immer war ökonomischer Wohlstand eine notwendige Bedingung, um Frieden zu sichern. Die Phase des Friedens, die nach dem Zweiten Weltkrieg in großen Teilen Europas über Jahrzehnte anhielt und in einigen bis heute anhält, ist historisch. Ermöglicht wurde sie vor allem durch den Zusammenschluss früherer Feinde zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und schließlich zur Europäischen Union. Es ist das Paradoxon der Prävention: Wir verkennen den Wert der EU als Friedens- und Wohlstandssicherungsprojekt, weil wir nicht wissen, wie es uns ginge, wenn es sie nie gegeben hätte.

Womöglich wacht Europa erst auf, wenn der Frieden zwischen den Ländern der Europäischen Union endgültig bröckelt – und der Wohlstand sinkt. Es ist das einzig Positive, das man dem wirtschaftlichen Abschwung Europas abgewinnen könnte.

Es ist nicht gut um den Wirtschafts- und Industriestandort Europa bestellt. Seit Jahren diskutieren die Regierungschefs europäischer Staaten und EU-Politiker über die Standortnachteile, den daraus resultierenden Mangel an Wettbewerbsfähigkeit und Abschwung der europäischen Wirtschaft. Die Wachstumslücke zu China und den USA hat sich seit der gescheiterten Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 erheblich vergrößert. In anderen Worten: Nicht nur politisch, auch wirtschaftlich ist Europa abgehangen.

Besonders deutlich wird die Lage in Deutschland, lange wirtschaftlich-industrielles Zugpferd der EU. Die Deindustrialisierung galoppiert: Eine Schlagzeilezum Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industriejagt die nächste. Gleichzeitig steigen die ausländischenDirektinvestitionen in Deutschland erheblich.Was nach einer guten Nachricht klingt, hat eine denkwürdige Kehrseite. Deutsche Unternehmer haben den Glauben an den Standort verloren und verkaufen ins Ausland. Selbst wer Jahrzehnte lang unternehmerische Verantwortung übernommen hat, verlässt geradedas sinkende Schiff.

Je unübersichtlicher die Lage, desto entschlossener muss unser Handeln ausfallen.

Wie also kann Europa auf diese Herausforderungenreagieren? Etwa so:

Georg Weber (l.), Global CTO der Wilo Group, Oliver Hermes (m.), President & Global CEO der Wilo Group, Dr. Patrick Niehr (r.), Global CFO der Wilo Group

Georg Weber (l.), Global CTO der Wilo Group, Oliver Hermes (m.), President & Global CEO der Wilo Group, Dr. Patrick Niehr (r.), Global CFO der Wilo Group

„Seit 154 Jahren folgt unser Handeln einer zentralen Maxime: Wir verbessern die Lebensqualität der Menschen.”

Oliver Hermes, President und Global CEO der Wilo Group

Antwort 1

Europa braucht Disruption, Liberalismus und Multilateralismus

Wie schafft es Europa, auf der Weltbühne ernst genommen zu werden – ohne seine eigenen Ideale zu verraten? Die Suche nach der Antwort auf diese Frage führt in die Arbeitszimmer in Brüssel. Die Europäische Union ist in ihrem aktuellen Zustand nicht weniger als dysfunktional. Eine notwendige Bedingung, um außenpolitisch an geostrategischer Bedeutung zu gewinnen, ist die innenpolitische Disruption.

Dabei ist Disruption nicht gleich Disruption. Der Begriff, der den radikalen Umbruch von Technologien, Prozessen, Systemen, Gesellschaften und Kulturen beschreibt, ist mit Vorsicht zu genießen. Sie darf keine Generalvollmacht sein, um politische Strukturen zu zerstören und sich dabei lästige und langwierige Reformbemühungen zu sparen. Will man die Disruption als Werkzeug für Veränderung, darf man nicht vergessen, ihr eine Ausgestaltung der durch den Umbruch entstandenen Freiräume folgen zu lassen. So wird sie zur schöpferischen Zerstörung – zur konstruktiven Disruption. So ersteht Europa auf – schlagkräftiger, schlanker, funktionstüchtiger und für die Bürger der Europäischen Union spürbar relevanter als je zuvor.

Diese innenpolitische Veränderung ist die Grundvoraussetzung, um außenpolitisch an Bedeutung zu gewinnen. Es entsteht ein nie dagewesener Freiraum, der gestaltet werden will. Und dabei muss sich Europa nicht den groben, protektionistischen Methoden anderer
politischer Mächte bedienen – im Gegenteil.

Ja, Europa muss (und kann) stärker eigene Interessen vertreten. Seine Grundwerte muss es deshalb nicht verraten. Die Abkehr vom Liberalismus und Multilateralismus in der Weltpolitik und -wirtschaft hat eine Lücke hinterlassen, die Europa füllen kann. Es gilt: Jetzt erst recht.

Während die politischen Großmächte USA und China dem merkantilistischen Staatskapitalismus zur neuen Blüte verhelfen und nach Freude in Märkte eingreifen, schafft das Festhalten am Freihandel einen Vorsprung für Europa, vor allem mit Blick auf Effizienz und Innovation. Gleiches gilt für die Verteidigung des Multilateralismus: Neue Partnerschaften auf Augenhöhe, vor allem mit Ländern aus dem Globalen Süden, bringen Europa einen globalen Wettbewerbsvorteil.


Antwort 2

Europa braucht einen Blue Deal

Die Europäische Union ist dysfunktional, obwohl sie von einer der existenziellsten Bedrohungen dieser Welt in weit geringerem Maße betroffen ist als andere Mächte: der Wasserknappheit. Doch es handelt sich um einen Wettbewerbsvorteil auf Zeit. Die Uhr läuft gegen Europa. Die Staaten der Europäischen Union sind deshalb heute gefordert, die richtigen Vorkehrungen zu treffen, um morgen nicht auf dem Trockenen zu sitzen – buchstäblich.

Dazu gehört erstens, anzuerkennen, dass zur kritischen Infrastruktur nicht mehr nur die – zweifellos hochrelevanten – Sektoren Verteidigung, Gesundheit und Energie zählen, sondern auch der Wassersektor. Es gilt: Ohne Wasser kein Leben, doch ohne Anstrengungen im Bereich der Wasserinfrastruktur keine europäische Souveränität. Und dazu gehört zweitens, das Problem mit einem visionären Großprojekt anzugehen – und den schon vielfach geforderten Blue Deal umzusetzen.

Sicher ist, dass dieser von vornherein auf einer Strategie fußen muss, die diese Bezeichnung verdient. Die Wasserkrise muss mit langfristigen Konzepten bekämpft werden. Schnellschüsse und Aktivismus sind unangebracht. Klar ist ebenso, dass die Verantwortung für die Ausarbeitung und Umsetzung des Blue Deals auf europäischer Ebene liegen muss – es ist förmlich eine Grundvoraussetzung! Zum Scheitern verurteilt wäre ein solcher Aufschlag, wenn er in Kleinstaaterei enden würde.

Denkverbote darf es angesichts des Ausmaßes der Wasserkrise nicht geben. Ziel muss einerseits sein, die gesamte europäische Wasserinfrastruktur bis 2050 zu harmonisieren. Doch es geht um mehr. Wir sollten uns sogar vornehmen, Wasser in langen Fernleitungen aus dem wasserreichen Norden in den wasserarmen Süden Europas zu transportieren. Schließlich kann nur so eine solidarische Umverteilung der Wasserressourcen gelingen.

Am Ende der Umsetzung dieses sicherlich ambitionierten Plans steht eine resiliente europäische Wasserinfrastruktur. Der moralische Wert der Initiative ist unschätzbar. Die Legitimationskrise der EU setzt sie als Wertegemeinschaft und Wirtschaftsraum unter Druck. Was Europa braucht, ist ein neues, positives Narrativ, das den Nukleus der europäischen Idee betrifft: die Solidarität der Länder Europas untereinander. Zwischen den reichen und den armen. Zwischen den großen und den kleinen. Vor allem aber: zwischen den wasserreichen und den wasserarmen.


Antwort 3

Europa braucht ein KI-Mindset

Inmitten des wirtschaftlich-industriellen Abschwungs erwischt Europa eine technologische Revolution wie Künstliche Intelligenz kalt. Oder?

Im Gegenteil. Tatsächlich kommt KI für den Standort Europa wohl „just in time“. Das tradierte Geschäftsmodell Europas hat dank ihr wieder eine Perspektive. Besonders die gebeutelte europäische Industrie steht vor der Chance, ihre Exzellenz und Innovationskraft zu halten – bei gleichzeitiger Verbesserung der Produktivität. Dieser Umstand verändert die Ausgangslage für den Industriestandort Europa erheblich. Der Schlüssel liegt in Physical oder gar Industrial AI: Industrielle Prozesse und Datenflüsse werden optimiert, wodurch die Fertigung effizienter und intelligenter wird.

Auf dem Nährboden des hochmodernen, in weiten Teilen Industrie-4.0-Standard folgenden, aber im internationalen Vergleich zu teuren industriellen Ökosystems Europas erstehen Industrieunternehmen auf – und damit Europas Wirtschaft insgesamt. Jedenfalls dann, wenn Europa die disruptive Kraft der Künstlichen Intelligenz richtig lenkt.

Erstens muss die EU der Versuchung widerstehen, KI-Anwendungen im industriellen Umfeld zu regulieren und so die produktivitätssteigernde Kraft der Technologie zu ersticken, bevor sie zum Tragen kommen konnte. Und zweitens muss sich Europa geradezu kulturell auf ein gemeinsames KI-Mindset einschwören: Künstliche Intelligenz ist nicht der Feind, sondern der Freund des Wirtschaftsstandorts Europa. Es gilt, ihn so zu behandeln.

Indem Europa ein Vorreiter der Physical und Industrial AI wird, hat es die Chance, im KI-Rennen aufzuschließen – und sich strategisch abzugrenzen: Europa nutzt KI als industriellen Leistungs‑ und Standortvorteil, während etwa die USA KI als skalierbares Software‑ und Plattformgeschäft treiben.


Je unübersichtlicher die Lage, desto wichtiger sind Pioniere.

Drei europäische Herausforderungen, drei europäische Antworten. Sie zeigen, dass nur wer den Mut hat, die Wahrheit auszusprechen, Antworten findet. Sie zeigen, dass die Herausforderungen, mit denen sich Europa im Jahr 2026 konfrontiert sieht, komplex und interdependent sind – alles hängt mit allem zusammen, einfache Lösungen gibt es daher nicht. Und sie zeigen, dass Europa die Chance hat, gestärkt aus vermeintlichen Krisen hervorzugehen, wenn es schafft, ein Momentum der Veränderung zu finden.

Auch die Wilo Group ist als multinationaler Wassertechnologiekonzern mit starken europäischen Wurzeln von den hier beschriebenen Herausforderungen betroffen – mal mehr, mal weniger. Als Familienunternehmen in fünfter Generation wissen wir, dass die Antwort auf diese Aufgaben nicht Resignation heißen darf. Verantwortungsvolles Management heißt, sich ihnen mit unternehmerischer Weitsicht zu stellen. Immer wieder.

Deshalb folgen die rund 9.000 Wilo-Mitarbeiter weltweit bei ihrer Arbeit einem klaren strategischen Rahmenwerk. Seit mehreren Jahren betrachten wir unsere gruppenweite Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel „Creating, Caring, Connecting“ als übergeordnet. Alle weiteren funktionalen Strategien ordnen sich ihr seitdem unter – ausnahmslos. Creating umfasst den nachhaltigen Beitrag unserer Technologie, etwa zur Dekarbonisierung und zur Verbesserung der Wasserversorgung. Caring beschreibt unser verantwortliches Handeln gegenüber Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft und beinhaltet Ziele wie die Emissionsreduktion. Unter Connecting fällt unser Engagement in starken internationalen Partnerschaften.

Im vergangenen Jahr haben wir die WATER-AI-Strategie formuliert – Wilos strategische Antwort auf das Digitale & KI-Zeitalter. Wir sprechen von den drei Es: Embed, Enable, Embrace. Wir integrieren KI in unsere Lösungen, die im Markt wiederum nachhaltige Wirkung erzeugen. Dazu zählt auch, dass sie die gesamte Wertschöpfungskette von KI befähigen. Und selbstverständlich umarmen wir bei Wilo KI in unserer täglichen Arbeit.

Der nächste folgerichtige Schritt liegt in der systematischen Verschmelzung beider Strategien: Fortan trägt unsere Group Strategy den Titel „Pioneering WATER AI for You“.

Dieser Schritt hat weit größere Auswirkungen als die bloße Umbenennung von Wilos Leitbild. Die Fusion unserer Nachhaltigkeits- und unserer KI-Strategie trägt unserer Überzeugung Rechnung, dass unsere Vision, eine bessere Zukunft für die Menschheit und den Planeten zu gestalten, nur zu erreichen ist, wenn wir unser Nachhaltigkeitsengagement in der konsequenten Symbiose mit Künstlicher Intelligenz denken. KI ist der wohl wichtigste Hebel für nachhaltige Entwicklung.


Wie das konkret aussieht, zeigt der Strategie-Wirkbereich Creating: Wilos nachhaltige und KI-integrierte Lösungen unterstützen den Aufbau von smarten und wassereffizienten urbanen Regionen. Zudem wird der Zugang zu sauberem Wasser intelligenter gesteuert – und so verbessert. Die Nahrungsmittelsicherheit steigt etwa durch digitale Lösungen in der landwirtschaftlichen Bewässerung. Die Gesundheitsversorgung wird durch den Einsatz von KI in der Wassertechnologie verbessert. Und schließlich ist das Digitale & KI-Zeitalter selbst von smarten Wassertechnologien abhängig: Wir befähigen die Infrastrukturen der KI-Wirtschaft, wassereffizient zu sein.

Flankiert wird dieses übergeordnete Leitbild von unseren unumstößlichen Werten, unserer Wachstumsstrategie Ambition 2030 sowie unserer Region-for-Region-Strategie, die wir seit Jahren konsequent umsetzen. Sie hat zum Ziel, lokale bzw. regionale Kundenbedürfnisse mit lokal bzw. regional gefertigten Produkten, Systemen und Lösungen zu befriedigen. Schon lange arbeiten wir bei Wilo daher in regionalisierten Prozessen. Mit der Regionalisierung unserer Aufbauorganisation Anfang 2025 haben wir unsere Region-for-Region-Strategie noch einmal erheblich ausgeweitet – und sind heute flexibler, resilienter und kundennäher als je zuvor.

In Demokratien zählt häufig das Primat der Politik. Politische Entscheidungen haben oft Vorrang vor anderen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu zählt auch die Wirtschaft. Wie die politischen Entscheidungsträger Europas auf die geschilderten Herausforderungen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, reagieren, ist Kern ihres demokratischen Auftrags. In der Realität aber darf das Primat der Politik keine Einbahnstraße sein. Es ist systemimmanent, dass wirtschaftliche Betriebe strategischer, innovativer und effizienter arbeiten als politische Betriebe. Kurz: Auch die Politik braucht Vorbilder, und sie kann sie in der Wirtschaft finden.

Wilo versteht sich als Pionier für nachhaltige und intelligente Wassertechnologie. Diesen Pioniergeist nehmen wir auch über die Technologie hinaus für uns in Anspruch: Wir gehen voran. Aus unserem unternehmerischen Handeln lassen sich daher Schlüsse für den Umgang mit den Herausforderungen ziehen, vor denen die europäische Politik steht.

Vernetzte Welt in Wilo Farben

Unsere Group Strategy

Pioneering WATER AI for You

Basierend auf den drei Säulen Creating, Caring und Connecting verfolgt Wilo eine Group Strategy, die durch innovative Lösungen, den gezielten Einsatz Künstlicher Intelligenz, unternehmerische Verantwortung und internationale Partnerschaften einen maßgeblichen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leistet.

1. Wilo steht für die Werte des Liberalismus und Multilateralismus

Auf die geopolitische und darauffolgende geoökonomische Zeitenwende war Wilo mit einer bereits stark regionalisierten Struktur gut vorbereitet. Das voranschreitende Decoupling, also die Entflechtung von Wertschöpfungsketten, sowie das Aufbrechen bestehender Allianzen und der merkantilistische Interventionismus sind Ausdruck von politischem Protektionismus. Als multinationales Unternehmen hatten wir uns darauf mit strategischer Weitsicht eingestellt. Die Regionalisierung unserer Aufbauorganisation war daher ein wichtiger, aber konsequenter Schritt auf unserem Weg.

Und doch ist der Wilo-Weg ein klares Bekenntnis zu Liberalismus und Multilateralismus. Denn trotz der angespannten weltpolitischen und damit weltwirtschaftlichen Lage stand für die Wilo Group nie zur Debatte, ihr weltweites unternehmerisches Engagement zu reduzieren. Als multinationaler Konzern erfolgreich zu sein, ist heute zwar schwieriger als vor zehn Jahren. Doch sind wir davon überzeugt: Nachhaltige Entwicklung ist abhängig vom Erfolg der multilateralen Ökonomie. Und wirklich erfolgreich kann diese Ökonomie nur sein, wenn sie dem regelbasierten Freihandel folgt.


2. Wilo steht für Wasserverantwortung aus Tradition

Seit 154 Jahren folgt unser Handeln einer zentralen Maxime: Wir verbessern die Lebensqualität der Menschen. Wilos Wassertechnologie zielt genau darauf ab. Entlang der Impact Area Creating unserer Group Strategy „Pioneering WATER AI for You“ wird deutlich, wie KI-integrierte Lösungen von Wilo wirken. Daraus erwächst eine Verantwortung für Wasser – und die Verantwortung, den Wasserbankrott, der sich auch in Europa ankündigt, immer wieder zu adressieren. Der Bedarf ist immens: Nur ein visionärer und großangelegter europäischer Blue Deal kann die überalterte Wasserinfrastruktur fit machen für die Herausforderungen, die (auch) auf Europa zukommen.


3. Wilo ist KI-Vorreiter

Die Wilo Group richtet ihr Handeln auf den Menschen aus. Die KI-Revolution steht dem nicht im Wege, im Gegenteil. Ihre transformative, sogar disruptive Kraft ist ein Geschenk: für Gesellschaft, Wirtschaft, Industrie sowie die Menschen, die darin leben und arbeiten.

Wie wir als Konzern auf diese Revolution reagieren, haben wir schnell und unkompliziert kommuniziert – und so von Beginn des KI-Booms an deutlich gemacht: Wilo umarmt jene KI im Unternehmen, die den Menschen in den Fokus stellt. Systematisch und mit hoher Geschwindigkeit adaptieren wir die Möglichkeiten der Technologie in Produkten, Systemen und Lösungen sowie im Arbeits- und vor allem Produktionsumfeld. Wir arbeiten konsequent an der Transformation hin zu Physical beziehungsweise Industrial AI.

Doch für ein Unternehmen mit Pioniergeist und Verantwortung endet dieser Prozess nicht am Werkstor. Deshalb verstehen wir Künstliche Intelligenz als Treiber unserer nachhaltigen, in der Group Strategy definierten Impacts. Ein Multiplikator dieser Wirkung ist die neugeschaffene Wilo Global WATER AI Academy. Mit der Initiative vernetzen wir Wissenschaft und Wirtschaft weltweit und fördern die angewandte Wissenschaft und Innovation sowie Kooperationen in den Bereichen Wasser und KI über Branchen- und Landesgrenzen hinweg.

Wilos KI-Verständnis ist skalierbar: Für Europa liegt der Mehrwert der KI-Revolution nicht nur darin, dass sie eine der größten Herausforderungen der EU – die fehlende Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit – mitigieren kann. Sie bietet die Chance, das Leben der Europäer in jeder denkbaren Hinsicht nachhaltig zu verbessern. Von der Energie- über die Wasserbis zur Gesundheitsversorgung und anderen Lebensbereichen.


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind davon überzeugt, dass diese Perspektive auf geopolitische und -ökonomische Entwicklungen, die Wasserknappheit und die KI-Revolution zukunftsfähig ist – für ganz Europa und den multinationalen Technologiekonzern Wilo.

Der Planet steht am Anfang des WATER AI Zeitalters. Wilo ist bereit dafür.

Ihr

Oliver Hermes
President & Global CEO der Wilo Group


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